Die aktuelle deutsche Metaanalyse zu den qualitativ negativen Auswirkungen der Beschränkung des freien und direkten Zugangs zur Psychiatrie:
http://www.dgvt.de/de/no_cache/verein/archiv/suche/news/2007/january/30/integrierte-versorgung-und-managed-care-in-der-psychiatrie.html?tx_ttnews%5Bswords%5D=manning&tx_ttnews%5Bcat%5D=0&tx_ttnews%5BbackPid%5D=1455&cHash=fffd31f9d8
"Besondere Vorsicht ist geboten, wenn schwer psychisch Kranke im Rahmen von Managed-Care-Programmen behandelt werden. ...Zudem besteht die Gefahr, dass das für die Krankenversicherung wesentliche Paradigma der medizinischen Notwendigkeit zu erbringender Leistungen unter Managed Care missbraucht wird um den Zugang zu bestimmten Versorgungsangeboten zu verzögern oder ganz zu verhindern (Rosenbaum, 1997). Dabei haben schwer beeinträchtigte und besonders vulnerable Patienten das höchste Risiko von notwendigen Versorgungsangeboten ausgeschlossen zu werden (Mechanic & McAlpine, 1999). Ein Beispiel dafür ist, dass schwer Kranke seltener psychosoziale Behandlungsangebote erhalten (Busch, Frank, & Lehman, 2004; Popkin et al., 1998).
Darüber hinaus sprechen mehrere Untersuchungen dafür, dass auch die Versorgungseffektivität bei schwerer kranken Patienten unter Managed Care geringer ist als in einem leistungsabhängigen Vergütungssystem (Wieman & Dorwart, 1999). So untersuchten Manning et al. schizophren erkrankte Patienten in beiden Vergütungssystemen und fanden mittelfristig bei den unter Managed Care behandelten Patienten eine signifikant geringere Verbesserung des Gesundheitszustandes (Manning, Lieu, Stoner, & al., 1999). Besonders stark war der Unterschied bei den Patienten, die zu Untersuchungsbeginn am schwersten beeinträchtigt waren.
Zudem ist unter Managed Care die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass psychisch Kranke dauernd oder zeitweise keine Psychopharmaka mehr einnehmen (Ray, Daugherty, & Meador, 2003a) oder mit suboptimalen Neuroleptika-Dosen behandelt werden (Popkin et al., 1998). Auch hier treten die Unterschiede am deutlichsten bei Hochrisikopatienten auf, für die eine Kontinuität der medikamentösen Behandlung besonders wichtig wäre (Ray, Daugherty, & Meador, 2003b).
Einige Untersuchungen sprechen auch dafür, dass die Versorgungsintensität, insbesondere bei stationären Behandlungen, unter Managed Care zu stark beschnitten wird, was letztlich zu erhöhten Wiederaufnahmeraten führt (Averill et al., 2003; Mechanic & McAlpine, 1999). Insbesondere bei den Wiederaufnahmen, die innerhalb von 10 Tagen nach der letzten Entlassung aus dem Krankenhaus erfolgen, ist unter Managed Care ein starker Anstieg zu beobachten (Averill et al., 2003). Dies spricht dafür, dass ein Großteil der Patienten aufgrund der angestrebten Verweildauerverkürzung zu früh entlassen wurde. Dies kommt auch dadurch zustande, dass die Autonomie der ärztlichen Entscheidung unter Managed Care stark beschnitten wird (Brenner, 1998).
Die zwingende Einbindung von Gatekeepern beeinträchtigt zudem die Kontinuität der psychiatrischen Versorgung (Chang et al., 1998; Ray et al., 2003a), erhöht das Risiko für einen Therapieabbruch (Popkin et al., 1998) und wirkt sich inbesondere bei chronisch kranken Patienten ungünstig aus (Mechanic, 1999).."
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